
Wissenswertes
Wie funktioniert der Faire Handel mit Tee?
Besonderheiten des Rooibos-Tees
Welche Kriterien erfüllen die Produzenten?
Was müssen Importeure und Hersteller für das Fairtrade-Siegel tun?
Wo kommt der Tee her?
Fast alle großen Tee-Exportländer sind ehemalige Kolonien des britischen Empires. Noch heute gehören Anbau und Verkauf der aromatisch-anregenden Blätter zu den wichtigsten Devisenbringern. Tee kommt in der Regel nicht aus kleinbäuerlichen Strukturen, sondern von Plantagen. Tee ist sowohl von seiner Geschichte als auch von seiner aktuellen Rolle im Welthandel für den Fairen Handel prädestiniert, denn er erzeugt auf den internationalen Märkten längst nicht die Preise, die er als landwirtschaftliches Spitzenerzeugnis eigentlich verdient hätte.
Wie funktioniert der Faire Handel mit Tee?
Einen einheitlichen Marktpreis für Tee gibt es nicht; je nach Qualität, Anbauregion und Verarbeitungsmethoden gibt es extreme Preisdifferenzen. Im Fairen Handel werden jedoch Preise bezahlt, die mindestens die Produktionskosten decken.
Auf diesen kostendeckenden Preis kommt ein spezifischer Fairhandels-Aufschlag, der gezielt für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kleinbauern, Plantagenarbeiter und Pflückerfamilien verwendet wird. Dieses Geld wird in einen Fonds einbezahlt, über dessen Verfügung die Plantagenbelegschaft gleichberechtigt mitbestimmt.
61 Teeplantagen und -kooperativen aus China, Kenia, Indien, Nepal, Sri Lanka, Vietnam, Tansania, Simbabwe, Peru, Südafrika und Uganda vertreten.
Besonderheiten des Rooibos-Tees
Der Rooibos-Strauch (zu deutsch: Rotbusch) ist eigentlich gar kein Teestrauch, denn er gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und kommt ausschließlich in der Region der 'Cederberg Mountains' im Südwesten Südafrikas vor.
Im Geschmack ist der Rooibos-Tee, ähnlich wie ein milder schwarzer Tee, jedoch leicht fruchtiger und süßer. Er ist koffeinfrei und enthält zudem nur wenige Gerbstoffe. Als besonders gesund und gut verträglich gilt er, da er mehr als 200 wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Magnesium enthält. Auch Linderung und Besserung bei verschiedenen Krankheiten und Allergien werden der Kraft des Rotbusches nachgesagt. Viel mehr als nur ein Alltagsgetränk ist der Rooibostee in Südafrika: Hier wird er auch zum Kochen und Backen sowie zur Herstellung von Kosmetika benutzt.
Geernet werden die Blätter des Rotbusches einmal im Jahr, anschließend werden sie in 3 mm große Stücke geschnitten. Durch die frei werdenden Säfte beginnt sofort die Fermentation, welche sich auf den Geschmack und die rötlich Färbung des Tees auswirkt. Anschließend werden die Blätter in der Sonne getrocknet.
Obwohl Roobois im botanischen Sinne kein Tee ist, fällt das Produkt unter die FLO-CERT Standards für Tee.
Welche Kriterien erfüllen die Produzenten?
Genossenschaften von Kleinbauern werden bevorzugt in das Produzentenregister aufgenommen. Um dies zu erreichen sind bei der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) gegenwärtig Betriebe und Plantagen registriert, die unter anderem folgende Bedingungen zu erfüllen.
- Sämtliche, in den jeweiligen Erzeugerländern geltende gesetzliche und tarifliche Mindest-Standards müssen eingehalten werden. Dies gilt besonders für Beschäftigungsgarantien und Höhe der Löhne, aber auch für betriebliche Sozialleistungen und Arbeitsschutzbestimmungen.
- Das Plantagenmanagement stellt der internationalen Kontrollebene FLO alle relevanten Daten zur Verfügung und erstattet regelmäßig über die Verkäufe zu fairen Bedingungen Bericht.
- Die Fairhandels-Aufschläge werden auf ein Sonderkonto abgeführt und dürfen nicht mit den Betriebseinnahmen vermischt werden.
- Es muss ein unabhängiges Komitee gebildet werden, dem Vertreterinnen und Vertreter der Belegschaft und des Managements angehören. Nur dieses Komitee kann über die Verwendung des Geldes der Mehrpreiszahlungen entscheiden.
Was müssen Importeure und Hersteller für das Fairtrade-Siegel tun?
Nur wer sich vertraglich verpflichtet, die Kriterien des Fairen Handels einzuhalten und dies auch von der FLO-CERT GmbH (Niederlassung Köln) kontrollieren zu lassen, darf seinen Tee mit dem Fairtrade-Siegel auszeichnen.
- Der Preis, der an die Erzeuger bezahlt wird, muss mindestens die Produktionskosten decken.
- Zusätzlich muss den Produzenten ein fixer Fairhandels-Aufschlag bezahlt werden, über den nur das Plantagenkomitee verfügen darf. Es werden je nach Teeart, Herstellungsverfahren und Größensortierung Aufschläge von 0,50 oder 1,00 Euro pro Kilo gezahlt.
- Auf Wunsch kann eine Vorfinanzierung gewährt werden.
- Es werden langfristige Abnahmeverträge angestrebt.
- Teeimporteure und -händler müssen Kontrollen von der FLO-CERT GmbH (Niederlassung Köln) zulassen.
- Es ist eine Lizenzgebühr von 0,42 Euro pro Kilo Tee an TransFair zu bezahlen, beziehungsweise 0,28 Euro pro Kilo im Ursprungsland verpacktem Tee. Diese Gebühr schmälert nicht das Einkommen der Produzentinnen und Produzenten, denn sie wird zusätzlich zu dem festgelegten Mindestpreis bezahlt.




