Wissenswertes

Fairplay beginnt vor dem Anpfiff

Welche Kriterien erfüllen die Produzenten?

Was müssen Importeure für das Fairtrade-Siegel tun?

Fairplay beginnt vor dem Anpfiff

Näher

Die Fußballproduktion ist eine aufwändige und anstrengende Handarbeit. Näherinnen und Näher benötigen rund zwei Stunden, um das Kunststück aus 32 Teilen mit über 700 Stichen anzufertigen. Einen festen Lohn erhalten die Beschäftigten dort selten, sie werden pro abgeliefertem Ball bezahlt. Hierbei richtet sich der Stückpreis nach der Ballqualität. Die Arbeiter müssen mit dem Entgelt ihre Familien ernähren, die aus durchschnittlich sechs bis sieben Personen bestehen. Der normale tägliche Arbeitslohn deckt meist nicht die Lebenshaltungskosten von vier bis fünf Euro. Um dieser Situation entgegenzuwirken, werden nun Fairtrade besiegelte Bälle in Deutschland angeboten.

Welche Kriterien erfüllen die Produzenten?

Kinder mit Fußball

Die Produzenten sind zur Einhaltung folgender Kriterien verpflichtet:

  • Die jeweilige Organisation ist unabhängig und wird von ihren Mitgliedern demokratisch kontrolliert. Dies gilt besonders für die Verwendung des Mehrerlöses aus dem Fairen Handel.
  • Transparenz von Management und Verwaltung müssen gegeben sein.
    Zwangs- und illegale Kinderarbeit sind verboten.
  • Die einzelnen Organisationen sind offen für neue Mitglieder und lehnen jegliche Diskriminierung ab.
  • In der Fabrik ist eine eigenständige, unabhängige Vertretung der Arbeiter zugelassen.
  • Alle Beschäftigten sind berechtigt, sich einer unabhängigen Gewerkschaft anzuschließen und kollektiv über Löhne und Arbeitsbedingungen zu verhandeln.

Was müssen Importeure für das Fairtrade-Siegel tun?

Jungs mit Ball

Nur wer sich vertraglich verpflichtet, die Kriterien des Fairen Handels einzuhalten und dies auch von der FLO-CERT GmbH (Niederlassung Köln) kontrollieren zu lassen, darf seine Produkte mit dem Fairtrade-Siegel auszeichnen.

  • Fußbälle werden nur bei Produzenten gekauft, die im FLO-Produzentenregister verzeichnet sind.
  • langfristige Lieferverträge
  • das Recht auf Vorfinanzierung
  • Kaufverträge werden je nach Ballqualität zu den jeweils nach Fairhandelskriterien vereinbarten Einkaufspreisen abgeschlossen.
  • Es wird eine Fairtrade-Prämie von 10 % auf den Importpreis(FOB)für Sozialprojekte vor Ort zusätzlich bezahlt.
  • Für die Verwendung des Fairtrade-Siegels ist eine Lizenzgebühr von 0,39 Euro pro Ball zu entrichten. Dies schmälert nicht die Einnahmen der Produzenten.

Alle Kriterien werden in einem unabhängigen Monitoring von ortskundigen Inspektoren in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Werden die Bedingungen eingehalten, wird der Ball mit einem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet.