Wissenswertes

Wie ist die Situation auf dem Kakaomarkt und wie funktioniert der Faire Handel mit Kakao?

Welche Kriterien erfüllen die Produzenten?

Was müssen Importeure und Hersteller für das Fairtrade-Siegel tun?

 

Wie ist die Situation auf dem Kakaomarkt und wie funktioniert der Faire Handel mit Kakao?

Kakaoproduzentin

Der Kakaomarkt ist einer der instabilsten Märkte der Welt. In den vergangenen Jahren war der Markt von starken Preisschwankungen geprägt. Zurzeit liegt der Weltmarktpreis für Kakao bei 1792 US-Dollar und damit sogar über dem Fairtrade-Mindestpreis. Die Bauern bekommen in diesem Fall den höheren Weltmarktpreis ausgezahlt.

In Zeiten schlechter Kakaopreise bekamen die Produzenten durch den Fairtrade-Aufschlag zum Teil einen doppelt so hohen Preis für ihre Kakaobohnen wie auf dem Weltmarkt. Zusätzlich zum Mindestpreis erhalten die Bauern eine Fairtrade-Prämie von 150 US-Dollar für die Finanzierung sozialer Gemeinschaftsprojekte. Die Herstellung von Schokolade muss ohne gentechnisch veränderte Pflanzen und Zutaten erfolgen. Hauptlieferländer für fair gehandelten Kakao sind Ghana, Ecuador, Bolivien, Nicaragua und die Dominikanische Republik.

Welche Kriterien erfüllen die Produzenten?

Kakakobohnen

Der Faire Handel mit Kakao fördert gezielt die Kleinbauern, die sich in Genossenschaften organisiert haben. Genossenschaften, die ihren Kakao und Zucker zu fairen Bedingungen verkaufen wollen, verpflichten sich vertraglich zur Einhaltung folgender Kriterien:

  • Die Genossenschaften müssen politisch unabhängig sein und eine demokratische Struktur aufweisen.
  • Bei den Genossenschaftsmitgliedern handelt es sich überwiegend um kleinbäuerliche Familienbetriebe.
  • Die Kleinbauern sind an allen wichtigen Entscheidungen ihrer Genossenschaft direkt und demokratisch beteiligt. Dies gilt insbesondere für die Verwendung des Mehrerlöses aus dem Fairen Handel.
    Die Organisationen setzen sich für eine nachhaltige Entwicklung von Ökologie, Bildung und Frauenförderung ein.

Was müssen Importeure und Hersteller für das Fairtrade-Siegel tun?

Kakaobäuerin

Nur wer sich vertraglich verpflichtet, die Kriterien des Fairen Handels einzuhalten und dies auch von der FLO-CERT GmbH (Köln) kontrollieren zu lassen, darf seinen Kakao und seine Schokolade mit dem Fairtrade-Siegel auszeichnen.

  • Kakao wird nur bei Produzentenorganisationen gekauft, die im Produzentenregister der Fairtrade Labelling Organization (FLO) verzeichnet sind.
  • Kaufverträge werden zu den festgelegten Mindestpreisen abgeschlossen. Die Handelspartner sehen langfristige Beziehungen vor.
  • Für Schokolade mit dem Fairtrade-Siegel müssen alle Zutaten, die mit Fairtrade-Siegel erhältlich sind, zu 100 Prozent fair gehandelt sein. Zutaten, für die FLO keine Kriterien entwickelt hat, dürfen nicht aus Quellen stammen, die mit dem Grundgedanken des Fairen Handels unvereinbar sind (zum Beispiel Kinderarbeit).
    Importeure und Hersteller müssen Kontrollen von der FLO-CERT GmbH (Köln) zulassen.
  • Für die Verwendung des Fairtrade-Siegels ist zusätzlich eine Lizenzgebühr zu errichten. Sie beträgt für Kakao 0,16 Euro pro Kilo, für ein Kilo Schokolade 0,22 Euro und für ein Kilo Nussnougat-Creme 0,16 Euro. Diese Gebühr schmälert nicht das Einkommen der Produzentinnen und Produzenten, denn sie wird zusätzlich zu dem festgelegten Mindestpreis bezahlt.