Wissenswertes

Wo kommt der Honig her?

Welchen Unterschied macht der Faire Handel für die Imker in den Ländern des Südens?

Welche Kriterien erfüllen die Produzenten?

Was müssen Importeure und Hersteller für das Fairtrade-Siegel tun?

 

Wo kommt der Honig her?

Blume

Ähnlich wie in Deutschland ist für viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Ländern des Südens die Imkerei eine wichtige Nebenbeschäftigung zur Selbstversorgung. Der Verkauf von Honig bringt ihnen ein bescheidenes Maß an Bargeld.

Honig mit fairem Gütesiegel gibt es von 26 Produzentengruppen aus Chile, Argentinien, Guatemala, Mexiko, Nicaragua, und Zambia.

 

Welchen Unterschied macht der Faire Handel für die Imker in den Ländern des Südens?

Imker

Honig wird nicht an der Börse gehandelt, der Preis setzt sich vielmehr aus den unterschiedlichen Produktionskosten, der Herkunft aus verschiedenen Klima- und Vegetationszonen und dem Ertrag je Bienenvolk zusammen. In der Vergangenheit gab es einen ruinösen Preiskampf um die Ware Honig, sodass die Imker auf dem konventionellen Markt kaum von den Erlösen leben konnten.
Im Fairen Handel galten dagegen auch für das Produktsegment Honig von Anfang an Mindestpreise, die alle Produktionskosten decken, die unter menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen entstehen, und die zur Sicherung der Lebensgrundlage der Imkerinnen und Imker und deren Familien beitragen. Der Preis soll den Produzentenorganisationen Spielraum für die Verwirklichung gemeinschaftlicher sozialer und ökonomischer Ziele geben.

 

Welche Kriterien erfüllen die Produzenten?

Mädchen mit Blumen

Der Faire Handel mit Honig fördert gezielt die Kleinbauern, die sich in Genossenschaften organisiert haben. Genossenschaften, die ihren Honig zu fairen Bedingungen verkaufen wollen, verpflichten sich vertraglich zur Einhaltung folgender Kriterien:

  • Die Genossenschaften müssen politisch unabhängig sein und eine demokratische Struktur aufweisen.
  • Bei den Genossenschaftsmitgliedern handelt es sich überwiegend um kleinbäuerliche Familienbetriebe.
  • Die Kleinbauern sind an allen wichtigen Entscheidungen ihrer Genossenschaft direkt und demokratisch beteiligt. Dies gilt insbesondere für die Verwendung des Mehrerlöses aus dem Fairen Handel.
  • Die Organisationen setzen sich für eine nachhaltige Entwicklung von Ökologie, Bildung und Frauenförderung ein.

Was müssen Importeure und Hersteller für das Fairtrade-Siegel tun?

Nur wer sich vertraglich verpflichtet, die Kriterien des Fairen Handels einzuhalten und dies auch von der FLO-CERT GmbH (Köln) kontrollieren zu lassen, darf seinen Honig mit dem Fairtrade-Siegel auszeichnen.

  • Honig wird nur bei Produzentenorganisationen gekauft, die bei der Fairtrade Labelling Organization (FLO) registriert sind.
  • Kaufverträge werden für mindestens eine Ernte zu den festgelegten Mindestpreisen abgeschlossen. Die Handelspartner sehen langfristige Beziehungen vor.
  • Importeure und Hersteller müssen Kontrollen von der FLO-CERT GmbH (Köln) zulassen.
  • Für die Verwendung des Fairtrade-Siegels ist zusätzlich eine Lizenzgebühr von 0,18 Euro pro Kilo Honig zu errichten. Diese Gebühr schmälert nicht das Einkommen der Produzentinnen und Produzenten, denn sie wird zusätzlich zu dem festgelegten Mindestpreis bezahlt.