
Carlos aus Kuba
"Das Leben der Bauern verändert sich zum Guten."
Carlos, Kuba
Verheiratet, ein Kind
Seine Leidenschaft:
"Ich komme aus der Landwirtschaft - ich bin Bauer. Mein Vater ist Bauer und sein Vater war es auch. In meiner Familie hat die Landwirtschaft Tradition, und ich fühle mich als Teil davon," sagt der Kubaner und strahlt bei diesen Worte echte Zufriedenheit aus. Seine beiden Großväter haben als Bauern auf Zuckerrohrfeldern gearbeitet, die sie später gegen Zitrusplantagen vom Staat eingetauscht haben. "Damit fing alles an."
Sein Alltag:
Carlos hat einen 12-Stunden-Tag. Morgen geht er um sechs Uhr aus dem Haus und arbeitet bis 18 oder 18 Uhr 30. Dazwischen gönnt er sich eine zweistündige Mittagspause. Natürlich sind diese Zeiten nicht festgelegt, das ist ja das Schöne an der Feldarbeit - es gibt keine Stechkarte. Aber Carlos arbeitet jeden Tag so viel er kann. Er verdient 270 Pesos monatlich, womit er - wie er sagt - mehr oder weniger auskommt. "Das Leben ist hart, aber wir bekommen auch Lebensmittel von der Kooperative zur Verfügung gestellt. Ab und zu können meine Frau und ich uns ein Essen in Ciego de Arila leisten. Wir gehen dann in ein chinesisches Lokal namens 'Romagnola'. Das Essen dort ist sehr gut."
Die Kubaner tanzen für ihr Leben gern, und Carlos macht da keine Ausnahme. "Die Schulkinder singen in einem Chor. Manchmal bringe ich meinen Kassettenrekorder mit, damit sie tanzen können. Wir lieben Merengue und Casino. Da tanzen sogar die Kleinsten. Das liegt uns Kubanern im Blut und gehört für uns einfach zum Leben dazu!"
Fair geht's besser:
Carlos ist der Kooperative CCS Jose Marti angeschlossen, die die Orangen zumindest teilweise in den Fairen Handel verkauft. Seine Freunde und er wissen um die wichtige Funktion, die die Kooperative übernimmt: "Der Faire Handel bietet uns die Möglichkeit, Geld für Häuser auszugeben oder für Freizeitangebote."
Für eine Tonne Orangensaftkonzentrat erhalten die Bauern 1.200 Dollar. Dazu gibt es eine Extraprämie von 100 Dollar pro Tonne für soziale Projekte. Dank des Fairen Handels hat sich die Lebenssituation auf der Karibikinsel verbessert. Die Kubaner mussten besonders unter dem Zusammenbruch der Sowjetunion leiden, da sie aus Osteuropa Maschinen, Düngemittel und Petroleum erhalten hatten. Deren Lieferungen blieben plötzlich einfach aus. Da kam den Bauern der Faire Handel gerade recht. "Für die Zukunft erhoffe ich mir weitere Verbesserungen unserer Wohnsituation. Ich möchte ein Steinhaus bauen. Im Moment ist es aber wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage im Land schwierig, überhaupt an Zement heranzukommen. Aber uns geht es schon viel besser als früher."

