Wissenswertes

Wo kommen Bananen her?

Das kleine Bananen-ABC

Der Bananenhandel und die Europäische Union

Wie funktioniert der Faire Handel mit Bananen?

Welche Kriterien erfüllen die Produzentenorganisationen?

Was müssen Importeure & Hersteller für das Siegel tun?

Wo kommen Bananen her?

Bananenbauer

Bananen gedeihen rund um den Globus in Äquatornähe. Bei einem gleichmäßig warmen Klima, reichlich Sonne und gut verteilten Niederschlägen können sie das ganze Jahr über geerntet werden. Als süße Exportfrucht wird die Banane hauptsächlich in Mittel- und Südamerika, in der Karibik und auf den Kanarischen Inseln angebaut.

 

Das kleine Bananen-ABC

Der Reifegrad von Bananen bestimmt sich durch verschiedene Merkmale. Hier ein paar Anhaltspunkte:

1. Stadium:

Aussehen: Die Frucht ist noch sehr fest.
Stärkegehalt: 23 %
Zuckergehalt: 0 %

So kommen die Bananen in die Reifereien. Der Reifungsprozess wird in speziell temperierten Räumen angestoßen.

2. Stadium:

Aussehen: Die Frucht wird immer süßer und weicher.
Stärkegehalt: 8 %
Zuckergehalt: 15 %

Die Bananen geben eine beachtliche Menge Wärme ab. Diese muss aus den Reifungsräumen abgeführt werden.
 
3. Stadium:

Aussehen: Der Querschnitt der Frucht wird immer runder.
Stärkegehalt: 6 %
Zuckergehalt: 17 %

Ab diesem Reifegrad finden Sie die Bananen im Handel. In diesem Stadium sind sie noch längere Zeit nach dem Kauf haltbar.

4. Stadium:

Aussehen: Die Frucht ist optimal weich mit hohem Zuckergehalt.
Stärkegehalt: 3 %
Zuckergehalt: 20 %
Jetzt hat die Banane einen fruchtig-süßen Geschmack und ist noch bissfest.

 

 

Der Bananenhandel und die Europäische Union

Die Europäische Union führt ca. 40 Prozent aller weltweit exportierten Bananen ein und bildet damit den größten Absatzmarkt. In Deutschland gehören Bananen nach Äpfeln zum meist verzehrten Frischeobst. Die EU greift mit länderbezogenen Mengenkontingenten, Einfuhrlizenzen und gestaffelten Zollsätzen in den Bananenhandel zum Nachteil der Bananenproduzenten aus Mittel- und Südamerika ein.

Der Bananenhandel ist unter wenigen Konzernen aufgeteilt, die den Markt und die Preise unter ihrer Kontrolle halten. Oft bestimmen ungerechte Löhne, hoher Pestizideinsatz und schlechte Arbeitsbedingungen den Alltag von Plantagenarbeitern und Kleinbauern.

Wie funktioniert der Faire Handel mit Bananen?

Packerin

Für den fairen Bananenhandel gelten Mindestpreise, die von FLO und ihren nationalen Mitgliedsorganisationen in Abstimmung mit den Produzenten festgesetzt werden. Sie sind unabhängig von den Preisschwankungen auf den Märkten zu bezahlen und enthalten in jedem Fall einen Aufschlag von 1 US$ pro 18,4 kg-Kiste, und zwar für Investitionen in die Infrastruktur, in Bildung, Gesundheit und ökologische Verbesserungen. Außerdem decken sie alle Produktionskosten ab, die unter menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen durchschnittlich entstehen.

Welche Kriterien erfüllen die Produzentenorganisationen?

Kinder mit Banane

In das Bananen-Produzentenregister können sowohl Genossenschaften als auch Plantagen aufgenommen werden, die sich zur Einhaltung folgender Kriterien verpflichten:

  • Die jeweilige Organisation ist unabhängig und wird von ihren Mitgliedern demokratisch kontrolliert. Dies gilt besonders für die Verwendung des Mehrerlöses aus dem Fairen Handel.
  • Transparenz von Management und Verwaltung müssen gegeben sein.
  • Die einzelnen Organisationen sind offen für neue Mitglieder und lehnen jegliche Diskriminierung ab.
  • Der Plantagenbesitzer geht zusätzlich folgende Verpflichtungen ein:
  • Auf der Plantage ist eine eigenständige, unabhängige Vertretung der Landarbeiter zugelassen.
  • Alle Beschäftigten sind berechtigt, sich einer unabhängigen Gewerkschaft anzuschließen und kollektiv über Löhne und Arbeitsbedingungen zu verhandeln.

Genossenschaften und Plantagenbesitzer verpflichten sich, arbeitsrechtliche und ökologische Mindeststandards umzusetzen, dazu zählen u.a.:

  • Das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit
  • Maßnahmen zum Gewässer und Erosionsschutz
  • Schrittweise Reduktion im Gebrauch von Pestiziden

Was müssen Importeure & Hersteller für das Siegel tun?

Nur wer sich vertraglich verpflichtet, die Kriterien des Fairen Handels einzuhalten und dies auch von der FLO-CERT GmbH (Niederlassung Köln) kontrollieren zu lassen, darf seine Produkte mit dem Fairtrade-Siegel auszeichnen.

  • Bananen werden nur bei Produzentenorganisationen gekauft, die im FLO-Produzentenregister verzeichnet sind.
  • Kaufverträge werden zu den festgelegten Mindestpreisen abgeschlossen. Stand Jan 2006: Der Mindestpreis (FOB) liegt je nach Herkunftsland zwischen 6,75 und 10 US-Dollar. Die Prämie von 1 US-Dollar ist in allen Ländern zusätzlich zu bezahlen.
  • Für die Verwendung des Fairtrade-Siegels ist eine Lizenzgebühr von 0,03 Euro pro kg Bananen zu entrichten. Dies schmälert nicht die Einnahmen der Produzenten.