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"Schwarzes Gold" - ein Film, der aufrüttelt
Anlässlich der Filmvorführung von "Schwarzes Gold" war Tadesse Meskela heute zu Gast in München. Er vertritt rund 70.000 Bauern der Kaffeekooperative Oromia in Äthiopien.
Der Film zeigt ihn bei dem Versuch sein Hauptziel zu erreichen: mehr Einnahmen zu den Kaffeebauern zurückfließen zulassen, indem die internationale Kaffeebörse umgangen wird. "Unsere Hoffnung ist, dass die Konsumenten eines Tages verstehen, was sie trinken und auch die Händler dafür einstehen, dass wir fair bezahlt werden", sagt Meskela.
Die Oromia Coffee Farmers Cooperative Union ist Fairtrade-zertifiziert und durch den Fairen Handel bekommen die Bauern einen gerechten Preis für ihren Kaffee. Der Film zeigt, dass auch "Fairtrade" einem Entwicklungsland wie Äthiopien nicht ausreichend helfen kann. Denn leider kann der Faire Handel nur einen Teil der Kaffeeernte abnehmen - die Nachfrage ist zu gering.
Tadesse Meskela kam Ende der 90er Jahre nach einem zweimonatigen Kooperativen-Training in Japan zurück nach Äthiopien. In seinem Heimatland will er sein Wissen der Oromia Kaffeekooperative zu Gute kommen lassen. Mit bewundernswerter Energie und Kraft bringt er Familie und Arbeit - einschließlich Gewerkschaftsaktivitäten und Reisen zu neuen Kaffeehäusern in Europa und USA - unter einen Hut. Meskela zeigt Wege auf, wie die Strukturen, die faire Preise verhindern, aufgebrochen werden können. "Die Konsumenten können etwas ändern, wenn sich ihr Bewusstsein verändert und sie ihre Nachfrage nach 'fairen' Produkten steigern. Dies gilt nicht nur für Kaffee - viele Produkte aus der Dritten Welt erzielen einen sehr niedrigen Preis, wovon besonders die Produzenten stark betroffen sind."
Oxfam und TransFair begleiten "Schwarzes Gold" als Filmpartner auf dem Filmfestival "ueber arbeiten". Das Festival läuft im Rahmen der Kampagne "DieGesellschafter" der Aktion Mensch. Noch bis April 2007 werden die Filme in vielen deutschen Städten zu sehen sein.
"Schwarzes Gold macht am Beispiel Kaffee deutlich, wie der tägliche Einkauf hierzulande auf die Wirtschaft und das Leben der Menschen in den Entwicklungsländern Einfluss hat", so Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair. "TransFair zeigt, dass jeder die Welt ein Stückchen gerechter machen kann."
Die Oromia Kaffeekooperative ist seit 2002 eine Partnerorganisation von Oxfam Amerika. Oxfam fordert in seinem Kaffee-Rettungsplan dazu auf, zur Lösung der Kaffeekrise beizutragen. "Ziel des Plans ist es, den Kleinbauern in Entwicklungsländern ein Einkommen zu verschaffen, das die Produktionskosten deckt, als Lebensgrundlage für ihre Familien ausreicht und ihnen darüber hinaus die Möglichkeit bietet, in ihre Zukunft zu investieren", sagt Jörn Kalinkski, Kampagnenleiter Oxfam Deutschland.

