Jose Leboldo Leiva aus Chila

Imker

Ein süßes Zubrot

Seine Leidenschaft:
José Leboldo Leiva ist eigentlich Kartoffelbauer. Im Süden Chiles lebt der dreimalige Familienvater und baut neben Kartoffeln noch einige Gartenpflanzen an, zudem produzieren seine Kühe Milch. Mit Honig hatte er eigentlich nie etwas zu tun.

Doch im November 1997 kam mit der Cooperativa Campesina Apicola (Apicop) eine Kooperative in die Region um die Stadt Valdivia, die das Interesse von Jose und 56 anderen Bauern an der Imkerei weckte.

Schon vor der Gründung der Kooperative, in den späten 80er Jahren, erhielten die Bauern von der Stiftung 'Fundesval', einer kirchlichen Initiative, Bienenstöcke auf Kredit. Doch erst mit der Arbeit von Apicop schnellten die Zahlen von fair gehandeltem Honig in die Höhe. Vor allem TransFair-Lizenznehmer in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Großbritannien nehmen den Bauern den fair gehandelten Honig ab.

Sein Alltag:
Jose ist kein richtiger Imker, er ist Bauer. Doch er beschäftigt sich intensiv mit dem Honig, denn das süße Zubrot hilft ihm, seine Familie zu ernähren. "Klar sind wir arm. Aber wir sind auch stolz", so Jose, dessen Familie auch dank der Honigproduktion nicht Hunger leiden muss. Bei manchen Bauern macht das Honiggeschäft mittlerweile bis zu 15 Prozent am kargen Einkommen aus.

Mit Alejandro Yañez, dem technischen Leiter von Apicop, bespricht sich Jose häufig, um den Ertrag zu erhöhen. Immerhin hat Jose schon in den Honig investiert: Schweren Herzens trennte er sich von einer Kuh, um für das Geld eine Zentrifugalschleuder für den Honig zu erstehen. Langfristig gesehen wird sich dieses unternehmerische Risiko für ihn auszahlen.

Fair geht's besser:
Jose ist dankbar, dass sein Honig mit dem Fairtrade-Siegel versehen ist. Die Solidarität mit den Produzenten ist für ihn ein Mosaikstein, der ihm das Überleben erleichtert: "Was ich da verkaufe, ist für mich ein gesichertes Einkommen", sagt er. Auf die Honigproduktion mag er schon lange nicht mehr verzichten.

"Eine solche Eigeninitiative ist genau das, was wir wollen," sagt Yañez: "Wir wollen erreichen, dass unsere Leute ökonomisch denken und wie Unternehmer handeln." Das ist das eine. Das andere ist der menschliche Gesichtspunkt, auf den der Faire Handel großen Wert legt. Juan E. Henriquez, Geschäftsführer von Apicop, setzt darauf, dass "die Geschäftsleute im Norden endlich verstehen, dass wir gleichwertige Partner sind."