

Suraj Padmanabhan arbeitet seit 2004 für FLO-CERT in Indien als Inspektor und überprüft vor Ort die Organisationsstruktur der zertifizierten Kooperativen und Betriebe, die Arbeits- und Umweltbedingungen sowie die Verwendung der Fairtrade-Prämie.
Er hat Landwirtschaft studiert und an Schulungen von FLO-CERT in Deutschland und Sri Lanka teilgenommen. Um die Baumwoll-Kooperativen zu erreichen muss Suraj Padmannabhan oftmals in entlegene Gebiete ohne Straßenanbindung
reisen. Manchmal muss er kilometerweit zu Fuß gehen, um die Kooperativen zu erreichen.
Es sei eine große Herausforderung, die gesamte Produktionskette in der Textilindustrie lückenlos zu zertifizieren, sagt Padmanabhan. Doch das System, die einzelnen Schritte chronologisch abzuarbeiten, habe sich bewährt.
Natürlich gibt es bei den Produzenten auch Probleme. Zu Beginn der Zusammenarbeit ist der Informationsbedarf groß. Es gilt zu klären, wie die Einhaltung von Standards im Einzelnen nachgewiesen werden kann oder welche Maßnahmen zur Verbesserung der Produktion sinnvoll sein können. Doch das Wissen über die Aufgaben und Ziele von Fairtrade verbessert sich nach und nach. Der Anspruch, den die Fairtrade-Standards voraussetzen, sei höher als bei vielen anderen Zertifikaten, sagt Padmanabhan. Gerade deshalb sei der regelmäßige Austausch mit den Produzenten entscheidend.
Bei den ersten Besuchen bleiben die Inspektoren oft mehrere Tage, um Verständnis für ihre Arbeit zu schaffen. Dabei gilt es in den Interviews mit den Produzenten auch, kulturelle Konventionen einzuhalten. Inspektoren sollten gängige Begrüßungsformeln kennen und einige Worte der Muttersprache der Bauern beherrschen. Aber auch kulturelle Eigenarten müssen sie respektieren. In manchen Ländern etwa dürfen Arbeiterinnen nicht ohne Beisein eines Mannes befragt werden. Wichtig ist für die Inspektoren, das Vertrauen der Produzenten zu gewinnen. Dann ist der Weg bereitet, um gemeinsam Schritt für Schritt die Produktion auf Fairtrade umzustellen.